Carpe Diem, Baby 2.0 - Part 1
Hallo Hurenkinder,
ich arbeite an einem neuen Buch. Sagt mir, was ihr davon haltet und scheut keine Kritik!
Hier der Prolog:
"Sed
omnes una manet nox et calcanda semel via leti."
Doch alle erwartet die eine Nacht und der Weg des Todes, den man nur einmal betritt.
Doch alle erwartet die eine Nacht und der Weg des Todes, den man nur einmal betritt.
Wir lagen auf
Matratzen auf dem Fußboden. Musik drang aus den Boxen, doch
irgendwie vernahm ich nur den dumpfen Bass, der in meinen Ohren
dröhnte. „Auf...hören!“, rief ich und meine Stimme ging in ein
Kichern über. Die Banane an der Decke starrte mich an und ich begann
mit ihr zu sprechen: „...aber ich will doch Melonen...und Kakao!“
Und wie aus dem Nichts verschwand die Banane mit dem dämlichen
Gesicht in einem Strudel aus grünem Kakao. Kakao, nicht Kaffee. Ich
fand es ziemlich komisch. Mein Mitbewohner, der zu meiner Rechten lag
reichte mir den Joint und ich ließ ihn auf die Matratze fallen.
In dem Moment
ging die Tür auf und eine blonde junge Frau betrat den Raum. Vera
ging auf mich zu und ich warf die Hände vor mein Gesicht. „Nicht
schlagen!“ Ben, mein Mitbewohner, erlag einem Kicheranfall.
„Mein Gott,
seid ihr bekifft!“, hörte ich Vera schimpfen und nahm war, wie sie
den Joint von der angekokelten Matratze entfernte und das Fenster
öffnete.
„Wo ist die
Banane?“, rief Ben und riss die Augen auf.
Auf einmal war
die Musik aus. Und der grüne Kakao an der Decke war verschwunden.
Ich fiel in einen tiefen traumlosen Schlaf.
Als ich erwachte,
brummte mein Kopf. Ich stand auf und stieß mit dem Fuß eine leere
Flasche Rotwein um. Im Zimmer roch es nach Verbranntem und Gras und
durch das offene Fenster wehte kalter Wind. Ich fröstelte und suchte
nach einer Jacke. Ben lag noch immer ausgestreckt auf dem Rücken und
schnarchte. Ein kurzer Blick auf die Wanduhr verriet, dass es später
Nachmittag war. Langsam kamen die Erinnerungen wieder. Das Frühstück
bestehend aus Bier und Zigaretten, der Heiratsantrag eines
Studienkollegen und die zwei anschließenden Joints.
Ich beschloss Ben
schlafen zu lassen und verließ sein Zimmer. In der Küche fand ich
Vera vor, Kaffee trinkend und Zeitung lesend.
„Na? Alle
bunten Lichter in die Flucht geschlagen?“, fragte sie, ohne
aufzusehen. Ich verzichtete auf eine Antwort, setzte mich neben sie
und schenkte mir Kaffee in eine Tasse mit der Aufschrift There's
no life without coffee.
„Or at least
none worth living“, murmelte ich und nahm einen Schluck von der
schwarzen Brühe.
Vera sah mich
über ihre Lesebrille fragend an.
„Es waren
Bananen, Vera, fiese, hässliche Bananen.“
Sie schüttelte
verständnislos den Kopf und legte die Zeitung beiseite. Diese
bestand aus zwei Doppelseiten. Auf einmal schlug sie mit der Hand auf
die Tischplatte und begann zu weinen. Sie weinte nicht leise in sich
hinein, nein, es war ein lautes, hysterisches Heulen. Sie stand auf
und schleuderte ihre Kaffeetasse gegen die Wand. Die Scherben fielen
laut klirrend zu Boden und braune Rinnsale tröpfelten von der weißen
Tapete. „Was machen wir hier eigentlich?“, schrie sie mich an.
„Zeitung lesen und Kaffee trinken?“
Mein Kopf
schmerzte unter ihrem Gezeter und ich ergriff versöhnlich die Hand
meiner Mitbewohnerin. Schluchzend warf sie sich um meinen Hals. Ich streichelte ihren braunen Haarschopf und suchte nach tröstenden
Worten, fand jedoch keine. In diesem Moment fiel der Strom und wir
standen im Dunkeln.
(c) Pia Colada
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- "There was a time when all inspiration came out of words and all precious was written When we lay under trees and wished for the sun to stay" Literatur = „Die Kunst, Außergewöhnliches an gewöhnlichen Menschen zu entdecken und darüber mit gewöhnlichen Worten Außergewöhnliches zu sagen." (Pasternak)
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